Aktuelles

31.05.2018

Schroeder Koepf 06 2018

Gemeinsam mit amfn e.V. und weiteren Vertreter*innen der niedersächsischen Migrantenselbstorganisationen stellten wir im Gespräch mit Doris Schröder-Köpf in ihrer Funktion als Landesbeauftragte für die Themen Migration und Teilhabe unsere Aktivitäten und Themenschwerpunkte vor. Wir berichteten über einen erfolgreichen Fachtag und diskutierten über die Forderungen und Probleme, die in diesem Rahmen von den Teilnehmenden gegenüber dem Kultusminister angesprochen worden sind. Auch in Zukunft wird das MigrantenElternNetzwerk Niedersachsen weiterhin Teil dieser Runde sein und die Interessen der zugewanderten Eltern vertreten.

 

120 Teilnehmende beim Fachtag des MigrantenElternNetzwerk NiedersachsenBei der Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund liegt das niedersächsische Bildungssystem nur im Mittelfeld. Aber was muss und kann verändert werden, um die Bildungserfolge von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund anzugleichen? Um diese Fragen ging es beim diesjährigen Fachtag des MigrantenElternNetzwerk Niedersachsen am 22. Mai im Tagungshaus St. Clemens. 120 zugewanderte Eltern, Fachkräfte und VertreterInnen aus kommunalen Behörden nahmen teil.

Ein Bildungssystem, das auf Chancengerechtigkeit Wert legt, fördert die Kompetenzen alle Kinder früh und individuell. Kein Kind erfährt aufgrund seiner natürlichen oder sozialen Voraussetzungen Nachteile. Ein solches Bildungssystem basiert auf wechselseitiger Anerkennung der an der Bildung beteiligten Personen. Es legt auf diese Weise die Grundlage für die faire Chance zur freien Teilhabe an der Gesellschaft.

 

Wie eine Schule ihr Konzept ausrichten kann, um Chancengerechtigkeit zu realisieren, zeigte Herr Frank als Schulleiter der Elbinselschule in Wilhelmsburg, Hamburg. Aber auch eine Vielzahl weiterer Faktoren und Initiativen wie Sprachförderung, Ganztagsunterricht und z.B. Angebote in den Sommerferien tragen zur Chancengerechtigkeit bei, stellte Prof. Dr. Berkemeyer vom Lehrstuhl für Schulpädagogik und Schulentwicklung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena dar.

 

Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne stellt sich beim Fachtag des MigrantenElternNetzwerk den Fragen aus den Regionalnetzwerken

Zum Abschluss des Fachtags stellte sich der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne den Fragen der Vertreter*innen aus den Regionalnetzwerken des MigrantenElternNetzwerk Niedersachsen sowie der anderen Teilnehmenden. Dabei ging es um

  • die Förderung von Mehrsprachigkeit und die dafür nötige Qualifizierung der Lehrkräfte sowie die Anerkennung ausländischer Abschlüsse;
  • die Einführung eines Sozialindex, um die sogenannten Brennpunktschulen finanziell und personell besser zu unterstützen;
  • fächerübergreifende Demokratiebildung für alle Schüler*innen;
  • die Qualifizierung für interkulturelle Kompetenz für Lehrkräfte;
  • die Pläne des Kultusministeriums für die Sprachlernklassen.

25.05.2018

Amfn e.V. und das MigrantenElternNetzwerk Niedersachsen waren zur öffentlichen Anhörung im Kultusausschuss eingeladen. Hier hatten unser Geschäftsführer Dr. Anwar Hadeed, seine Referentin Djenabou Diallo-Hartmann und Beate Seusing als Projektleitung des MigrantenElternNetzwerk Niedersachsen die Gelegenheit, zu den Gesetzesentwürfen zur Änderung des Gesetzes über Tageseinrichtungen für Kinder Stellung zu nehmen.

Stellungnahme als PDF

In vielen Schulklassen großer Städte sind Kinder mit Migrationshintergrund längst keine Minderheit mehr – trotzdem sind die Bildungsinstitutionen nicht ausreichend in der Lage diese Schüler*innen zu fördern. So gibt es im deutschen – wie auch im niedersächsischen – Bildungssystem immer noch Unterschiede beim Bildungserfolg zwischen Kindern mit und ohne Zuwanderungsgeschichte.

Bei dem Fachtag des MigrantenElternNetzwerk Niedersachsen am 22.05.2018 wird der Frage nachgegangen werden, wie ein Schulsystem aussehen müsste, das allen Schülerinnen und Schülern dieselben Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsweg ermöglicht. Lassen sich für Niedersachsen Erkenntnisse aus den Bildungssystemen anderer Bundesländer gewinnen, in denen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund bessere Bildungserfolge erzielen? Wo liegt der Handlungsbedarf in Niedersachsen? Wie können Schulen schon jetzt Veränderungen umsetzen, um der vielfältigen Schülerschaft in einer Einwanderungs-gesellschaft gerecht zu werden?

Was kann, was will die Niedersächsische Landesregierung beitragen? Diese Frage wird zum Abschluss des Fachtags mit dem niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne diskutiert.

Programm und Einladung zum Fachtag am 22.05.2018